17.08.2018 – 02.09.2018

7.Etappe: Der Götakanal inkl. Vätternsee ¦ 144,01NM


Der Götakanal ist eines der grössten Bauprojekte, das je in Schweden durchgeführt worden ist. Der Kanal erstreckt sich von Sjötorp am See Vänern bis nach Mem an der Ostsee. Er ist 190 km lang und verfügt insgesamt über 58 Schleusen. 87 km der Strecke sind von Hand ausgegraben worden.
Schon im 16. Jahrhundert schlug der bekannte Bischof Brask in Linköping vor, dass eine schiffbare Verbindung quer durch Schweden gebaut werden sollte – von der Ostsee zum westlichen Meer.
Die Pläne für einen Kanal durch Schweden sollten in der Folgezeit noch viel hin und her diskutiert werden, bis dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Kanalpläne Baltzar von Platens verwirklicht wurden.

• Privilegienbrief: Karl XIII. erteilte das Recht zum Baubeginn
• Bauherr: Baltzar von Platen
• Baubeginn: 1810
• Fertigstellung: 1832
• Anzahl Arbeiter: 58.000 abgestellte Soldaten von 16 Regimentern
• Tagewerke: Etwa sieben Millionen effektive Tagewerke à 12 Stunden
• Technik: Mit Blech beschlagene Holzspaten
• Kosten: Neun Millionen Reichstaler Nach dem Geldwert von 1995 betrugen die Baukosten für den Göta Kanal etwa 12,3 Milliarden SEK (ca. 1,3 Milliarden Euro).
Quelle: https://www.gotakanal.se/de

Vättern:
Der Vättern ist nach dem Vänern Schwedens zweitgrößter See. Das Wasser ist tief (außer im nördlichen Teil), sehr klar und nicht besonders warm. Der See dient als Trinkwasser-Reservoir für rund 250.000 Menschen.

Nachdem wir die Schönheit Schwedens an dessen Süd- und Ostküste voll und ganz ausgekostet hatten, zeigte sich dieses Land auf bzw. entlang des Götakanals von einer neuen und anderen Seite.
Nicht nur, dass wir in der Nebensaison und dadurch mit sehr wenig Schiffsverkehr auf dem Kanal unterwegs waren. Die Touristenstädtchen schienen teilweise wie ausgestorben, die Suche nach einer Kugel Eis gestaltete sich herausfordernder als eine Schnitzeljagd und die bisher problemlose Kommunikation auf Englisch war nun keineswegs mehr selbstverständlich.
Martins Eltern leisteten uns bei unserer Götakanal-Reise Gesellschaft und brachten während 10 Tagen neues Leben, Action, Gesprächsstoff und Geselligkeit an Bord unserer Fairytale.
Wir genossen die Ruhe, den Platz und das stressfreie Schleusen. Die Fahrt auf dem Götakanal ist definitiv eine Reise wert. Man lernt sich, das Boot und neue Manöver besser kennen, begegnet anderen Lang- und Kurzfahrtenseglern und staunt bei jedem Ellenstein (Es wurden 143 Steine aufgestellt und zwis
chen jedem Stein waren es 594 Meter) auf’s Neue, was die 58.000 Arbeiter vor über 200 Jahren gleistet und die Götakanal-Gesellschaft bis heute aufrecht erhalten haben.

Wer sich das Schleusen auf dem Götakanal in bewegten Bildern ansehen möchte, kann hier mal reinschauen:

Segelsaison 2018: 7. Etappe

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