26.06.2018 – 16.08.2018

6.Etappe: Die Ostsee ¦ 902,42NM


Die Ostsee (auch Baltisches Meer) ist ein 412.500 km² großes und bis zu 459 m tiefes Binnenmeer in Europa und gilt als das größte Brackwassermeer (Gemisch aus Salzwasser und Süßwasser) der Erde, auch wenn in der westlichen Ostsee aufgrund des Wasseraustausches mit der Nordsee zumeist ein höherer Salz- und Sauerstoffgehalt beobachtet werden kann.

Nachdem wir einige der hübschen Inselchen der dänischen Südsee erkundet hatten, führte uns unsere Route weiter zur Hauptstadt Dänemarks – Kopenhagen. Unterwegs machten wir Zwischenstopp bei Møn und an der schwedischen Küste in der Nähe von Malmö.

Møn:
Møns Klint ist die höchste Steilküste Dänemarks. Die Kreideklippe liegt im Osten der Ostseeinsel Møn. Die Kalksteinwand ist 6 km lang und bis zu 128 m hoch.
Da wir, einmal mehr mit Mietfahrrad, erst am Nachmittag bei Møns Klint ankamen, verzogen sich die Touristenmassen schon ganz bald und wir waren beinahe alleine am Strand, welcher am Fusse der eindrücklichen Steilküste liegt. Kaum hatte ich von Martin zum ertsen Mal etwas von einem “Hühnergott” (ein Stein mit einem Loch) gehört, hatte er auch schon einen gefunden. 🙂

Kopenhagen:
Kopenhagen ist eine kunterbunte, sehr einladende Stadt und definitiv einen Besuch wert!
Man sollte nicht nur die typischen Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten besuchen. Spaziergänge und Picknicks in den zahlreichen Parks oder an den Häfen sind ein Muss.
Auch für die Freistadt Christiania, eine alternative Wohnsiedlung in der dänischen Hauptstadt, die seit 1971 besteht, sollte genügend Zeit zum Verweilen eingeplant werden.

Die Unterfahrung der Öresundbrücke und die Abkürzung durch den Kanal bei Skanör waren zwei weitere navigatorische Highlights und liessen uns schliesslich in der Hanöbucht im Süden Schwedens ankommen.
Die schwedische Gastlandflagge gehisst, erkundeten wir die schwedischen Südschären, welche uns erstmals in Erinnerungen an unsere vergangenen Schwedentörns (Martin 2010/ Lena 1998) schwelgen liessen.
Wunderschöne Ankerbuchten, Wälder, die einen mit dem Duft der Kiefern und Fichten betören, eine unglaubliche Vogelartenvielfalt und freundliche, immer mit einem „Heyhey“ grüssende Schweden empfingen uns.
Abendliche Picknicks auf den grossen, von der Sonne aufgewärmten, Schwedensteinen und prachtvolle Sonnenuntergänge einer Sonne, die die Nacht stets in einem Dämmerlicht erleuchtet hielt, gehörten auf einmal und selbstverständlich zu unseren Sommertagen.
In Kalmar wurde Fairytale um ein Crew-Mitglied grösser. Meine Mama reiste während 4 Wochen über Öland, Gotland, die schwedischen Ostschären und den Stockholmer Schärengarten nach Stockholm mit uns mit.
Ein eindrucksvolles, abwechslungsreiches und atemberaubendes Segelrevier zeigte sich von seiner besten Seite. Und das in einem Jahrhundert-Sommer!

Öland:
Öland ist Schwedens kleinste Landschaft und es leben relativ wenig Menschen auf der Insel. Im Sommer sind allerdings viele Touristen auf der „Fahrrad- und Badeinsel“, da Öland flach und so schmal ist, dass man es von jeder Stelle auf der Insel mit dem Fahrrad zum Meer schafft.

Gotland:
Gotland war eines unserer Highlights. Vom Wasser aus erkannte man bereits die Stadtmauer der mittelalterlichen Stadt Visby (ja es ist eine UNESCO Weltkulturerbestätte). Die hübschen und mit Rosen bewachsenen Häuschen, hohe Türme und Zinnen, schattige Torbögen, verwinkelte, gepflasterte Sträßchen und altmodische Geschäfte. Kurz und gut: ein rundum charmantes Städtchen.
Mit dem Mietwagen ging es nach Fårö, wo wir uns die Rauken – gigantische Kalksteinsäulen, anschauten.
Gotland war ein wichtiger Handelsplatz der Wikinger. Daher findet man auch an einigen Stellen Schiffssetzungen, bootumrissförmige Steinsetzungen, die primär im skandinavischen Ostseeraum vorkommen und Brand- oder Urnengräber der Wikinger markieren.

Sandhamn, Vaxholm, Ornö, Utö und andere hübsche Schäreninseln vor Stockholm verzauberten uns mit ihrem Charme. In den Häfen spürte man den Puls des Lebens. Fröhliche Menschen, die den Sommer in vollen Zügen geniessen, ein Eis schlürfen oder ein Bad in der abkühlenden Ostsee nehmen konnten. Wunderschöne Wälder und Buchten, die uns Ruhe, fantastische Sonnenuntergänge und besinnliche Momente ermöglichten.
Sonne, Badetage, Sommerkleidchen, Wind und Lebensfreude schenkten uns eine Karibik-Sommer-Segler-Naturschönheit-Stimmung, die unvergessen bleiben wird.

Stockholm:
Am 3.August 2018 (am Geburtstag von Martins Vater) hiess es für uns: „1. Etappenziel: Stockholm erreicht!“
Zu Stockholm, dem wunderschönen, farbenfrohen und freundlichen Venedig des Nordens, können wir nur eines sagen: “Wer diese Stadt noch nicht besucht und erlebt hat, weiss, was er nächsten Sommer machen wird!”

Segelsaison 2018: 6. Etappe

Beitragsnavigation