20.06.2018 – 25.06.2018

5.Etappe: Die Dänische Südsee ¦ 151,1NM


Der dänische Teil der Ostsee südllich des Kleinen und Großen Belts rund um die dort befindlichen kleinen und größeren dänischen Inseln (Als, Langeland, Ærø, Lolland, Falster, Møn) wird gerne dänische Südsee genannt. Möglicherweise ist der Begriff metaphorischen Ursprungs und stammt aus der Vorstellung einiger Segler, diese Region sei vergleichbar mit den „exotischen“ Gewässern der Südsee. Oder aber die frühen dänischen Seefahrer verglichen das navigatorisch schwierige Revier mit seinen zahlreichen Untiefen und Inseln mit dem gefährlichen Revier der Südsee.

Die Gezeiten der Nordsee hinter uns gelassen und in der dänischen Südsee angekommen, stellte sich zum ersten Mal ein richtiges Freiheits-Urlaubs- und Alltagsgefühl auf Fairytale ein. Inselausflüge, Besichtigungen von bunten dänischen Städtchen, Wanderungen, Fahrradtouren und erste Ankermanöver mit unserem Rocna gestalteten die Tage, die sich langsam aber sicher den Namen „Sommertage“ verdienten.
Späte Sonnenuntergänge, guter Wind und ein wunderbares Segelrevier ermöglichten uns maximalen Lebens-Genuss.

Faaborg:
Faaborg überzeugte nicht nur mit dem hübschen Hafen und dessen Dusch- und Waschmöglichkeiten (nach den ganzen Freiluftduschen tut eine “richtige” Dusche dann doch mal wieder gut 😉 ) sondern auch mit den typisch bunten Puppenhäusern entlang der Straße. Überall konnten wir uns aus einem der weit verbreiteten Holzverschläge vor den Häusern super süsse Erdbeeren “to go” kaufen.
Das rustikale “Town Jail Museum”, welches bis vor kurzem noch als Gefängnis diente, hat uns an einem regnerischen Sonntag eine spannende Zeitreise durch das dänische Justizsystem erleben lassen.

Avernakø:
Eine kleine Insel, an deren Südufer unser Rocna zum ersten Mal tolle Arbeit verrichten durfte und uns auch bei 35kn Wind von seiner Leistung und seinem Halt überzeugt hat.
Wir liessen es uns nicht nehmen, den Norden der Insel (Fläche: 5,86 km²) mit dem Fahrrad zu erkunden. Für sehr! wenig Geld konnten wir sehr! nostalgische Fahrräder – ich würde sie schon fast als Oldtimer bezeichnen – ausleihen.
Martin wurde wieder einmal an die Existenz seiner Wadenmuskulatur erinnert und mit einem breiten Lachen im Gesicht, dem Gefühl, neben den 114 Einwohnern die einzigen Menschen auf dem dänischen Inselchen zu sein und mit bzw. gegen viel Wind strampelten wir an den Überresten der Maibäume, der wunderschönen Natur und den Kuhweiden vorbei.

Ærø:
Ærøskøbing gilt als die malerischste Stadt der Insel Ærø – häufiger Beiname: Märchenstadt – und darüber hinaus als eine der schönsten Kleinstädte Dänemarks.
An dieser Stelle muss ich Martin und seiner unermüdlichen Geduld ein Kränzchen winden. Wenn die gute Internetverbindung mit der Ankunft und der kurzen Aufenthaltsdauer der Fähre bzw. deren Bord-Wlan steht und fällt – oder soll ich sagen: bleibt und fährt – müssen die Datenmengen, die Aufenthaltsdauer und der Fahrplan der Fähre schon ziemlich genau geplant und koordiniert werden… 😉
Mit dem Bus und zu Fuss wanderten wir nach Søby zum Leuchtturm Skjoldnæs (1881 erbaut) und genossen die unglaubliche Aussicht über die dänische Südsee.

Segelsaison 2018: 5. Etappe

Beitragsnavigation