11.06.2018 – 17.06.2018

3.Etappe: Die Nordsee ¦ 241,72NM


Die Nordsee ist ein Teil des Atlantischen Ozeans. Ihre Flächenausdehnung beträgt rund 575.000 km² bei einer durchschnittlichen Tiefe von 94 Metern.
Die Nordsee selbst ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten. Die südliche Nordsee ist zusammen mit dem angrenzenden Ärmelkanal die am dichtesten befahrene Schifffahrtsregion der Welt.

Die Gezeiten:
Als Gezeiten bezeichnet man das Zusammenspiel von Ebbe und Flut. Ebbe ist das Fallen des Wassers von einem Hochwasser (HW) bis zum folgenden Niedrigwasser (NW). Flut ist das Steigen des Wassers von einem Niedrigwasser bis zum folgenden Hochwasser.
Den Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser bezeichnet man als Tidenhub.

Auf unserer Route betrug der mittlere Tidenhub ca. 2,50 m. Durch Wind und Stürme sind größere Fluthöhen während der Gezeiten möglich.
Ebbe und Flut entstehen durch die Massenanziehungskräfte der umeinander kreisenden Systeme Erde – Mond und Erde – Sonne.
Stehen Erde, Mond und Sonne in einer Linie, was bei Voll- und Neumond der Fall ist, addieren sich ihre Anziehungskräfte. Der Tidenhub ist dann besonders groß, man spricht von Springtiden.

Der Rückzug (bei Ebbe) bzw. die Wiederkehr des Wassers (bei Flut) bewirken eine nicht zu unterschätzende Gezeitenströmung (Vergleichbar mit ablaufendem Wasser in Badewanne). Die mitlaufende Strömung kann von Wasserfahrzeugen genutzt werden. Die Gegenströmung muss mindestens genau so beachtet werden. Sie kann das Wasserfahrzeug enorm „bremsen“ und ein Vorwärtskommen unmöglich machen. Demzufolge müssen Gezeitentabellen beachtet und die Fahrzeiten danach gerichtet werden.

Nun denn…
… erfahrene Hafenmeister und Seeleute, die uns mit Insider-Infos bzgl. Öffnungszeiten von Schleusen, Strömungen etc. behilflich waren
… der 2,8 kg schwere Reeds mit geballten Informationen zu Häfen, Gezeiten, Strömungen, Navigatorischen Hinweisen, erster Hilfe und den Kollisionsverhütungsregeln für mehrere Seegebiete
… Gezeitentabellen
… eine Prise Glück und 4 Hände bzw. 2 Köpfe voll Segelerwissen
liessen uns erfolgreich und immer mit einer Handbreit Wasser unterm Kiel über Vlieland und Borkum nach Helgoland segeln.

Helgoland, deutschlands einzige Hochseeinsel lockt und verzaubert mit vielen Highlights auf kleiner Fläche (ca. 4,2 km2). 182 Stufen bringen einen zum 3 Kilometer langen Klippenrandweg. Von hier aus kann man die lange Anna – Wahrzeichen der Insel, die Dächer der bunten Hummerbuden und die benachbarte Insel, eine 0,7 km2 große Sanddüne bestaunen. Das laute Geschnatter (und der Gestank) der dichtgedrängten und brütenden Vögel auf den Felsbändern des Lummenfelsen sind nicht zu überhören (bzw. zu “überriechen”).

Beeindruckt vom gewaltigen Tidenhub (bis zu 3,5 m) und eingedeckt mit zollfreien Einkäufen (bedingt durch die außergewöhnliche Lage Helgolands) ging es mit der passenden Strömung weiter zum Nordostseekanal (NOK).

Segelsaison 2018: 3. Etappe

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